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Berliner Morgenpost / 31.12.2004

Krebs sucht Skorpion - Astrologen haben jetzt Hochkonjunktur - bei der Partnersuche helfen sie nur bedingt

Heidelberg - Die Erwartungen an eine Liebesbeziehung sind hoch: Der Sex soll stimmen, der Partner soll Halt geben und nicht langweilig sein. Damit die Partnerwahl nicht mit Enttäuschungen endet, versprechen pünktlich zum Jahresende Astrologen Hilfe mit ihrer Sternendeutung. "Um die fünf Prozent aller Deutschen sind von den Horoskopen und Charakteranalysen so überzeugt, daß sie ihre Partnerwahl danach ausrichten", schätzt Edgar Wunder, Soziologe und Geschäftsführer der Gesellschaft für Anomalistik in Heidelberg. Dazu gehören vor allem Frauen.

Viele der knapp 5000 Astrologen in Deutschland gehen laut Wunder davon aus, daß beispielsweise Wasserzeichen wie Krebs und Skorpion oder Feuerzeichen wie Löwe und Schütze gut zueinander passen. Schwieriger wird es bei der Konstellation Löwe und Skorpion. Solche Paare seien zwar in der Liebe nicht chancenlos, es drohten jedoch viele Auseinandersetzungen, so die gängigen astrologischen Deutungen.

Doch helfen die Sterne wirklich dabei, den richtigen Partner zu finden? "Horoskope eignen sich da nur bedingt", sagt Sabine Wery von Limont, Diplom-Psychologin und Singlecoach bei der Online-Partneragentur Parship. Sicher sei aber, daß Horoskope eher gelesen würden, wenn jemand auf der Suche nach einem neuen Partner sei.

Dabei achten gerade Frauen häufig auf das Sternzeichen ihres möglichen Partners. "Eine repräsentative Umfrage hatte ergeben, daß nur jeder dritte Mann, aber jede zweite Frau astrologische Ausführungen als zumindest wahrscheinlich ansieht", sagt Wunder. Media-Analysen hätten ergeben, daß mehr als 20 Prozent der Leserinnen von Frauenzeitschriften stark an Astrologie interessiert seien. Bei Computer-, Auto- oder Sportzeitschriften mit meist männlichen Lesern seien dies weniger als fünf Prozent. Der Glaube an das Liebes-/Partnerhoroskop kann laut Wery von Limont für die Partnersuche auch etwas Positives bewirken. So sähen manche das Horoskop als Ermutigung für eine neue Partnerschaft an und gingen offener an die Suche nach einem Liebsten heran. "Dann geben sich einige bei der Partnersuche schon eher zu erkennen", sagt die Psychologin. Ungünstig sei es aber, wenn ein möglicher Partner ausschließlich nach seinem Sternzeichen eingeschätzt werde.

Viele astrologisch interessierte Frauen stehen bei der Partnersuche noch vor einem anderen Problem. "Sie werden mitunter mit dem astrologischen Unwissen der Männer konfrontiert. Da meinen schon mal Männer auf die Frage nach ihrem Aszendenten, daß es sich um etwas zu essen handelt", sagt Wery von Limont. Daß Horoskope gerade zum Jahreswechsel boomen, läßt sich astrologisch nicht erklären. "Der Zeitpunkt des Jahreswechsels hat für die Astrologie überhaupt keine Bedeutung", sagt Wunder. Vielmehr sei der 21. März wichtig. Dann stehe die Sonne im ersten Tierkreiszeichen des neuen astrologischen Jahres.

Quelle: http://morgenpost.berlin1.de/content/2004/12/29/aus_aller_welt/725237.html
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