Heidelberg - Die Erwartungen an eine Liebesbeziehung sind hoch:
Der Sex soll stimmen, der Partner soll Halt geben und nicht langweilig
sein. Damit die Partnerwahl nicht mit Enttäuschungen endet,
versprechen pünktlich zum Jahresende Astrologen Hilfe mit
ihrer Sternendeutung. "Um die fünf Prozent aller Deutschen
sind von den Horoskopen und Charakteranalysen so überzeugt,
daß sie ihre Partnerwahl danach ausrichten", schätzt
Edgar Wunder, Soziologe und Geschäftsführer der Gesellschaft
für Anomalistik in Heidelberg. Dazu gehören vor allem
Frauen.
Viele der knapp 5000 Astrologen in Deutschland gehen laut Wunder
davon aus, daß beispielsweise Wasserzeichen wie Krebs und
Skorpion oder Feuerzeichen wie Löwe und Schütze gut
zueinander passen. Schwieriger wird es bei der Konstellation Löwe
und Skorpion. Solche Paare seien zwar in der Liebe nicht chancenlos,
es drohten jedoch viele Auseinandersetzungen, so die gängigen
astrologischen Deutungen.
Doch
helfen die Sterne wirklich dabei, den richtigen Partner zu finden?
"Horoskope eignen sich da nur bedingt", sagt Sabine
Wery von Limont, Diplom-Psychologin und Singlecoach bei der Online-Partneragentur
Parship. Sicher sei aber, daß Horoskope eher gelesen würden,
wenn jemand auf der Suche nach einem neuen Partner sei.
Dabei
achten gerade Frauen häufig auf das Sternzeichen ihres möglichen
Partners. "Eine repräsentative Umfrage hatte ergeben,
daß nur jeder dritte Mann, aber jede zweite Frau astrologische
Ausführungen als zumindest wahrscheinlich ansieht",
sagt Wunder. Media-Analysen hätten ergeben, daß mehr
als 20 Prozent der Leserinnen von Frauenzeitschriften stark an
Astrologie interessiert seien. Bei Computer-, Auto- oder Sportzeitschriften
mit meist männlichen Lesern seien dies weniger als fünf
Prozent. Der Glaube an das Liebes-/Partnerhoroskop kann laut Wery
von Limont für die Partnersuche auch etwas Positives bewirken.
So sähen manche das Horoskop als Ermutigung für eine
neue Partnerschaft an und gingen offener an die Suche nach einem
Liebsten heran. "Dann geben sich einige bei der Partnersuche
schon eher zu erkennen", sagt die Psychologin. Ungünstig
sei es aber, wenn ein möglicher Partner ausschließlich
nach seinem Sternzeichen eingeschätzt werde.
Viele
astrologisch interessierte Frauen stehen bei der Partnersuche
noch vor einem anderen Problem. "Sie werden mitunter mit
dem astrologischen Unwissen der Männer konfrontiert. Da meinen
schon mal Männer auf die Frage nach ihrem Aszendenten, daß
es sich um etwas zu essen handelt", sagt Wery von Limont.
Daß Horoskope gerade zum Jahreswechsel boomen, läßt
sich astrologisch nicht erklären. "Der Zeitpunkt des
Jahreswechsels hat für die Astrologie überhaupt keine
Bedeutung", sagt Wunder. Vielmehr sei der 21. März wichtig.
Dann stehe die Sonne im ersten Tierkreiszeichen des neuen astrologischen
Jahres.
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